Auch diesmal hat eine junge Frau das neue Jahr nicht mehr erlebt. Gestern gegen mittag hörte ein Mann im Haus Pillersdorfergasse 1 in der Leopoldstadt laute Hilferufe aus seiner Nachbarwohnung dringen: "Binder, hilf mir, i hab meine Frau umgebracht!" Sofort eilten der Mann und auch andere Hausparteien herbei. Aus dem Gangfenster einer ebenerdigen Wohnung waren die Hilferufe gedrungen. Nur dürftig bekleidet lehnte dort der 22jährige Franz H., Blutspuren führten aus dem Kabinett durch das Zimmer bis in die Küche. H. hatte sich beide Pulsadern aufgeschnitten. Seine 25jährige Frau Stephanie lag leblos im Kabinett. Franz H. hatte ihr mit einem Tischmesser die Kehle durchgeschnitten. Er selbst wurde in die Unfallstation gebracht, wo er sofort operiert werden musste. Er war deshalb gestern noch nicht vernehmungsfähig.
Inzwischen hat sich herausgestellt, daß der eifersüchtige Gatte, Franz H., der nun wegen Mordes vor Gericht stehen wird, seine hübsche Frau zu Unrecht der Untreue verdächtigte. Er glaubte der Denunziation eines "Freundes" mehr als den Worten seiner Gattin.